40
Jahre nach ihrem letzten Berlin-Besuch anlässlich einer "Amiga"
Aufnahme sind Jazz Q endlich wieder in Berlin.
Martin Kratochvíl ist eine tschechische Jazz-Legende. Er ist
Komponist und Leader der Gruppe Jazz Q. Der Absolvent des Berklee
College of Music in Boston/USA (Komposition) und der Philosophischen
Fakultät der Karls-Universität in Prag ist außerdem
ein erfolgreicher Unternehmer mit seinem Aufnahmestudio Budíkov
und als Filmemacher.
Seine Band Jazz Q hat in der Geschichte des Tschechischen Jazz und
Rock eine außergewöhnliche Position. In den Jahren 1970-1983
entstanden 7 LPs, die nicht nur von den Kritikern sehr gelobt wurden,
sondern auch kommerziell sehr erfolgreich waren. Martin Kratochvíl
gründete Jazz Q gemeinsam mit Jirí Stivín; zunächst
war die Musik von verschiedenen Jazzrichtungen stark beeinflusst.
In dieser Zeit entstanden LPs wie "Coniunctio" (1970), ein
gemeinsames Werk der Gruppen "Jazz Q" und "Blue Effect".
Ihre Fusion des Jazz und Rock ist spontaner und oft ausgesprochen
abenteuerlich.
Später entwickelte Jazz Q trotz Personalveränderungen ihre
typische, klare, ausgeglichene, schöpferische/kreative Kontinuität
und behielt sie bis heute bei.
Aufnahmen aus den Jahren 1971 - 1991 wurden vor kurzem zusammengefasst
auf 8 LPs. Eines der typischsten Werke aus dieser Zeit ist die LP
"Pozorovatelna" (Wachturm). Für einige Zeit konnte
Jazz Q sogar durch ihre Bühnenauftritte das in der ČSSR vorhandene
Defizit der Rockmusik ersetzen. Ab dem Album "Elegie" (1976)
ist Jazz Q wieder die Instrumentalgruppe für die Kompositionen
von Martin Kratochvíl. In dieser Zeit ist Martin gleichermaßen
inspiriert von Leo Janácek als auch von Miles Davis.
Die Schallplatte "Hvezdon" (1981) schloss die Diskografie
erst ab.
Martin Kratochvíl spielt auch immer noch im Duo mit dem amerikanischen
Gitarristen Tony Ackerman. Joe Kučera hatte sich sehr gefreut, die
alten Freunde wieder zu sehen, als die beiden Ende der 90er Jahre
mit großem Erfolg auf dem berühmten Festival Jazzmeeting
Berlin-Praha gastierten.
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